2025_04_23_Hinweise der Zuchtbuchstelle für die Welpenkäufer
2025_04_23_Hinweise der Zuchtbuchstelle für die Welpenkäufer
Tierarzt und Impfungen
Mit zwölf Wochen hat Ihr Welpe seinen nächsten Impftermin, den Sie nicht versäumen sollten. Grundsätzlich kann der Welpe in diesem Alter auch schon gegen Tollwut geimpft werden. Sie können mit der Tollwutimpfung aber auch noch warten, bis Ihr Hund ein halbes Jahr alt ist. Nach unseren Erfahrungen wird die Tollwutimpfung im Alter von 6 Monaten besser vertragen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Tierarzt und folgen Sie seinem Rat. Bitten Sie Ihren Tierarzt beim ersten Termin, Ihren Welpen kurz zu begutachten.
Zahnwechsel
In der 16. Woche setzt der Zahnwechsel ein. Bitte informieren Sie sich, wie der Zahnwechsel korrekt verläuft und kontrollieren Sie das Gebiss regelmäßig. Sollten Auffälligkeiten wie persistierende Milchzähne auftreten, fragen Sie bitte Ihren Tierarzt um Rat. Mit sechs bis sieben Monaten kommt der Zahnwechsel zum Abschluss. Danach sollte Ihr Hund ein vollständiges, gut schließendes Scherengebiss in seinem Fang haben. Bitten Sie Ihren Tierarzt, das Gebiss nach dem Zahnwechsel zu begutachten.
Entwicklungsschritte
Ihr Wälderdackel kommt im Alter von 8,5 Wochen als schutzbedürftiger Welpe (Kleinkind) zu Ihnen. Die Welpenzeit endet bereits im Alter von 16 Wochen.
Danach wird Ihr Hund als Junghund bezeichnet (das entspricht beim Menschen dem Alter zwischen vier und zwölf Jahren). Auch diese Phase durchläuft Ihr junger Hund im Rekordtempo.
Bereits mit sechs bis sieben Monaten, mit dem Abschluss des Zahnwechsels, steht Ihr Hund an der Schwelle zur Pubertät. Die Rüden heben nun erstmalig das Bein. Die Hündinnen erleben häufig ihre erste Hitze. Die Pubertät dauert vergleichsweise lange und endet erst mit 15 Monaten mit dem Abschluss des Längen- und Höhenwachstums.
So wenig wie junge Menschen nach der Pubertät schon fertig entwickelt sind, so wenig ist es Ihr Hund. Erst nach dem Abschluss seines dritten Lebensjahres ist Ihr Wälderdackel körperlich und geistig vollständig erwachsen.
Umgang mit Welpen und Junghunden
Welpen und Junghunde lernen sehr schnell. Sie sind sehr auf ihren Hundeführer fixiert und wollen ihn möglichst keine Sekunde aus den Augen lassen. In dieser Zeit können Sie zueinander eine intensive Bindung aufbauen. Sie können spielerisch die jagdlichen Anlagen Ihres späteren Jagdbegleiters fördern.
Ruhephasen
Welpen und Junghunde brauchen für eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung ausreichend Ruhephasen und Schlaf (15 bis 18 Stunden täglich!). Ruhephasen und Phasen der Aktivität wechseln sich bei jungen Hunden ständig ab. Viele Welpen und Junghunde kommen von sich aus nur schwer zur Ruhe. Eine Zimmerbox kann hilfreich sein.
Körperliche Leistungsfähigkeit
Die körperliche Leistungsfähigkeit Ihres jungen Hundes nimmt stetig zu. Ausreichend Bewegung ist für die Entwicklung von jungen Hunden wichtig. Andererseits können Überlastungen zu Schäden am Bewegungsapparat führen. Die Kunst besteht darin, dem jungen Hund ausreichend Bewegung zu verschaffen, ihn aber nicht zu überfordern.
Empfindliches Karpalgelenk
Bei jungen Hunden sind die Wachstumsfugen am Karpalgelenk (Handgelenk) empfindlich. Überlastungen, kleine, unbemerkte Verletzungen durch Scherkräfte (Verstauchungen, Quetschungen, kleine Haarrisse im Knorpel) können zu Fehlstellungen der Vorderläufe führen oder sie verstärken. Steile Treppen, Herumtoben auf rutschigen Böden, Herausspringen aus dem Kofferraum und dergleichen mehr sind deshalb bis zum Alter von 15 Monaten tabu.
Fütterung des Welpen und Junghundes
Wir haben mit den üblichen Welpen-/Junghundefuttern gute Erfahrungen gemacht. Die Futtermittel sind in ihrer Zusammensetzung ausgewogen und so konzipiert, dass keine Mangelerscheinungen entstehen. Wer Trockenfutter verwendet, kann das Futter zu Pulver zermahlen oder schroten und mit warmem Wasser anrühren. Dadurch wird die Bekömmlichkeit deutlich erhöht.
Selbstverständlich darf ein junger Hund alles kennenlernen, was ein Hund so alles fressen kann, sofern es ihm nicht schadet. Allerdings in Maßen. So heizt beispielsweise das regelmäßige Untermischen von (zu viel) Rinderhackfleisch das Wachstum unnötig an und führt zu unausgewogenen Verhältnissen bei der Versorgung mit Nährstoffen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das kann nach heutigen tiermedizinischen Erkenntnissen zu Schäden bei der Skelettentwicklung führen.
Grundsätzlich gilt beim Füttern des jungen Hundes: Etwas weniger ist besser. Zu viel Futter führt zu schnellem Wachstum. Es ist besser, wenn der Hund langsam und über einen längeren Zeitraum wächst. Als Maß möge gelten, dass beim jungen Hund die einzelnen Rippen dezent erkennbar sein sollten. Die endgültige Größe Ihres Hundes ist genetisch fixiert.
Wer seinen jungen Hund barfen will, muss sich mit der Thematik intensiv auseinandersetzen, um seinen Schützling ausgewogen zu ernähren. Werden die Vorgaben korrekt umgesetzt, so ist Barfen die natürlichste Art der Fütterung.
Förderung der jagdlichen Anlagen
Von Beginn an sollten Sie das Interesse Ihres jungen Wälderdackels an Wildteilen und an erlegtem Wild wecken. Schleppen und erste Kunstfährten fördern die jagdlichen Anlagen und festigen die Bindung zum Hundeführer.
Mit dem Eintreten in die Pubertät entsteht beim Wälderdackel der Drang, die Welt auf eigene Faust zu erkunden und dabei den Sichtkontakt zum Hundeführer aufzugeben. Wir raten dazu, dieses Verhalten im Alltag nicht zuzulassen, sonst besteht die Gefahr, dass es zur Routine wird. In Reizlagen kommt der Hund an die Leine.
Ihr Hund wird spätestens jetzt frischen Spuren und Fährten folgen wollen und dabei erste Ansätze von spurlautem Jagen zeigen. Zur Förderung des Spurlautes sollten Sie Ihren jungen Hund gezielt Hasenspuren arbeiten lassen.
Der Wälderdackel ist von seinen Anlagen her ein spurlaut jagender Stöberhund. Sein Jagdverhalten entspricht dem der Bracken. Wer seinen Wälderdackel bestimmungsgerecht für die Stöberjagd ausbilden will, sollte mit dem halbjährigen Hund auch erste Stöberübungen machen. Wir raten dazu, die Stöberübungen mit den immer gleichen Ritualen und Ausrüstungsgegenständen zu verknüpfen, damit Ihr junger Hund lernt, wann er jagen darf und wann nicht.
Bis zum Alter von 15 Monaten sind kurze Stöberjagden in kleinen Gruppen ideal, um Ihren Hund auf harte Drückjagdeinsätze vorzubereiten.
Ausbildung
Die eigentliche Ausbildung beginnt frühestens mit 10 Monaten. Bitte machen Sie sich rechtzeitig Gedanken, wie Sie Ihren Wälderdackel beim Jagen einsetzen wollen. Bilden Sie ihn so aus, dass sein Verhalten hinterher zu Ihren individuellen Zielsetzungen passt.
Prüfungswesen des Vereins Schwarzwälder Bracke (Wälderdackel) e. V.
Unser Verein bietet Ihnen ein fundiertes Prüfungsprogramm mit gut ausgebildeten, erfahrenen Richtern. Die Prüfungen sind praxisnah gestaltet und leiten Sie gezielt durch die Ausbildung Ihres Hundes. An der Anlagenprüfung (Spurlaut, Schussfestigkeit) sollten Sie auf jeden Fall teilnehmen.
Prüfungen abseits des Vereins
Abseits des Vereins können Sie an Brauchbarkeitsprüfungen der Landesjagdverbände teilnehmen. Leider lehnen es einige Bundesländer immer noch ab, unsere Hunde zu prüfen.
Mitgliedschaft im Verein Schwarzwälder Bracke
Jeder einzelne Hundeführer, der einen Welpen von uns bekommt, ist uns wichtig. Mit Ihrer Mitgliedschaft in unserem Verein helfen Sie uns, den Wälderdackel mit seiner einzigartigen Geschichte zu erhalten. Nehmen Sie mit Ihrem Wälderdackel unbedingt an einer Anlagenprüfung des Vereins teil und stellen Sie Ihren Hund bei einer unserer Zuchtschauen vor. Dadurch erhalten wir wichtige Informationen über Ihren Hund und können die weitere Zucht entsprechend planen. Das gilt auch, wenn Sie selbst keine züchterischen Ambitionen haben.
Kastration
Die Kastration eines Rüden sollte grundsätzlich erst nach Rücksprache mit dem Zuchtwart erfolgen. Möglicherweise sollte ja genau dieser Rüde zur Zucht eingesetzt werden. Auch Hündinnen sollten nicht vorschnell kastriert werden. Wir haben schon öfters erlebt, dass die Besitzer ihre Entscheidung danach bedauert haben.
Keinesfalls sollten Hunde vor der Vollendung ihres dritten Lebensjahres kastriert werden, es sei denn, es liegt eine medizinische Indikation vor.
Zuchtschau
Bei der Zuchtschau beurteilen wir die vorgestellten Hunde hinsichtlich ihrer körperlichen Merkmale. Dabei geht es um die körperliche Funktionalität und Leistungsfähigkeit und um die Auswahl von Hunden, mit denen die Zucht weitergeführt werden soll.
Übungstage des Vereins
Unser Verein bietet Ihnen Übungstage und Seminare mit fachlich versierten Referenten zu verschiedensten Themen an. Dabei ergibt sich für Sie auch die Möglichkeit, sich mit anderen Wälderdackelführern auszutauschen.
Beratung
Scheuen Sie sich nicht, zum Telefon zu greifen, wenn Sie Fragen haben oder ein Problem vermuten. Sprechen Sie rechtzeitig mit uns.
Ihr erster Ansprechpartner ist Ihr Züchter. Gerne können Sie ergänzend auch die Zuchtbuchstelle kontaktieren. Hören Sie sich ggfs. auch verschiedene Einschätzungen an und treffen Sie dann Ihre eigene Entscheidung.
Abgabe eines erwachsenen Wälderdackels
Jeder von uns kann in eine Situation kommen, wo er seinen geliebten Hund abgeben muss. Bitte informieren Sie in solchen Fällen als Erstes Ihren Züchter und in einem zweiten Schritt den Zuchtwart. Der Verein unterstützt Sie gerne dabei, einen passenden Hundeführer für Ihren Hund zu finden.
Melden von genetisch bedingten Defiziten
Sollten bei ihrem Hund bis zum Alter von zehn Jahren gesundheitliche Schwierigkeiten auftreten, bei denen der Tierarzt eine genetische Ursache vermutet, so bitten wir Sie, sich umgehend mit der Zuchtbuchstelle in Verbindung zu setzen und uns umfassend zu informieren.
Wir wünschen Ihnen mit Ihrem kleinen Jagdgehilfen viel Freude und viel Waidmannsheil!
Ihre Zuchtbuchstelle